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Dienstag, Dezember 16th, 2014 | Author:
Alex 2

Sail away….

Segeltörn: Malaga – Casablanca – Teneriffa

30.11.2014 – Malaga

Der Check-In im Terminal 2 bei vueling verlief problemlos. Der Seesack musste zwar beim Sperrgepäck abgegeben werden – aber das war zu erwarten. Am Gate habe ich den Koch für unseren Törn kennen gelernt und im Flieger saßen sogar fünf Leute der Crew ohne Absprache zusammen.

Im Landeanflug auf Malaga konnten wir die Alex 2 im Hafen erblicken. Der Pilot flog eine Schleife über das Meer um von Süden den Airport (AGP) anzufliegen. Auf den ersten Blick sah die Kurve recht knapp aus und machte auf mich einen ungewöhnlichen Eindruck, da sonst der Anflug auf andere Destinationen scheinbar über eine längere gerade Strecke erfolgten. Aber die Landung war gut und wir sind sicher am Ziel angekommen.

Zwei Taxen brachten uns für knapp 30€ je Fahrzeug zur Marina. Die Alex war zu sehen und wir mussten dem Taxifahrer mehrmals auffordern die Fahrt zu stoppen. Da dieses nur ganz wenig englisch gesprochen hatte war die Kommunikation etwas schwieriger als erwartet. An Bord der Alex habe ich meinen Seesack vorrübergehend deponiert und bin dann zum Hotel „Tribunal“ geschlendert. Das Zimmer im Hotel ist funktionell. 38€ inkl. Frühstück ist für eine Nacht ok, In der City von Malaga waren diverse Straßen und Bäume mit Lichterketten versehen und Menschenmassen drängten sich durch die dekorierte City. Die Geschäfte hatten bereits geschlossen und ich suchte gegen 20 Uhr ein Restaurant in einer Seitenstraße abseits vom Wirbel. Leider kam mir das alles spanisch vor – die Aushänge in den ersten drei Restaurants/Bistros konnte ich leider nicht verstehen und suchte drauf hin ein Restaurant mit zumindest einer englischen Karte. Diese habe ich dann in der „Calle de Don Juan Diaz 4“ bei „El Trillo“ gefunden. Die Speisekarte war auf Englisch, jedoch die Getränke-Karte nicht. Es war wohl ein Restaurant mit einer großen Auswahl an Weinen. Naja, ich bin kein Experte oder Wein-Kenner und die spanische Karte hatte ich auch nicht verstanden – daher habe ich mich für einen günstigen Tropen entschieden. Zu meiner Überraschung war der „Mateus“ gar nicht so schlecht. Der Service war gut. Die übersichtlichen Speisen wurden schnell serviert, waren aber geschmacklich sehr gut. 30€ für ein paar Schweinemedaillons mit Ofenkartoffel, 0.7l Rose und Jogurt-Eiscreme waren zwar etwas teuer, aber ich bin ja im Urlaub ;)

1.12.2014 – Boarding

Das Klima im Hotelzimmer war nicht das Beste. Das offene Fenster sorgte leider nicht für die nötige frische Luft. Frühstück gab es ab 7:30 Uhr. Gegen 10 Uhr hatte ich dann auch den Weg zum dem kleinen Buffet gefunden. Drei Säfte waren im Angebot – der frische O-Saft war deutlich an dem Etikett mit den lauten „Konzentrat“ zu erkennen.

Durch die Stadt ging es in östliche Richtung. Ziel war die Festung „Gibralfaro Castle“. Die Straßen waren an diesem Montagmorgen auch nicht mehr so überfüllt wie gestern. Leider hatte ich wohl den falschen Weg zur Festung eingeschlagen und landete am Fuß des Bergers. Aber da ich zum Segeln hier war und nicht zum Bergsteigen setzte ich den Weg in Richtung Hafen fort.

Auf der Alex wurde mir die Koje 53 in der Kammer 2306 mit Meerblick zugewiesen. Bettwäsche gab es in der Messe. Das Schiff habe ich ein wenig auf eigne Faust erkundet – was für eine grobe Orientierung ausreicht. Um 12 Uhr gab es Suppe mit Wurst. Bei der Einweisung vom Kapitän Klaus gegen 15 Uhr wurde ich der 8-12er Wache bei Julia zugeteilt. Wir haben unsere Ausrüstung bekommen und haben eine ausführliche Begehung des Schiffes gemacht. Im Rigg waren wir noch nicht. Das ist für morgen Vormittag geplant. Der Proviant für den Törn wurde geliefert und nach 1,5 Stunden war das Ganze auch im Unterdeck verstaut. Abendbrot gab im Anschluss. Ein kurzer Trip zum Leuchtturm brachte einen schönen Blick auf die Alex vor dem beleuchteten Festung und Gebäuden von Malaga.

2.12.2014 – Leinen los!

Vortop der Alex 2

Um 7 Uhr wurde durch die Lautsprecher geweckt. Brötchen und Toast gab es zum Frühstück. Die 8-12 Wache traf sich im Anschluss auf dem Vordeck zur weiteren Einweisung. Auf dem Plan stand das Anlegen der Rettungsweste, Tampenbelegung und Notausgangsöffung aus dem „Dorfgemeinschaftsraum“. Ins Rigg sind wir auch gestiegen und haben die Fock und Voruntermaas vorbereitet. Zum Mittag gab es Salat, halben Hahn mit Reis und Sauce. Die letzte Lieferung Proviant wurde gegen 15 Uhr geliefert. Gegen 16 Uhr sind wird dann bei 20 Grad im Schatten aus dem Hafen von Malaga ausgelaufen. Kurs SW mit Fock, Vorunter- und Vorobermars, Großunter- und Großobermars, sowie Besansegel. Sonnenuntergang gegen 17:50 Uhr.

Wachwechsel. Um 20 Uhr haben wir die Wache übernommen. Der Wind ließ nach und das Team hat die Segel geborgen. Klarschiff verlief gut. Es gab jetzt genug Tampen zum üben und aufschießen. Um 22 Uhr wurden Wetterdaten gesammelt – Wassertemperatur lag bei 16 Grad. Burkard hat und noch die Positionslichter erklärt. Wachübergabe um 14 Uhr.

3.12. Schlucht von Gibraltar

Affenfelsen

Wecken war um 7:00 Uhr. Keine Segel – Motorwache. Im roten Salon hatte Julia uns an einem Modell nach mal die Funktionen der Tampen klärt. Klaus zeigte uns ein paar Tricks beim Legen des Palstecks. Am Vormittag haben wir die Schlucht von Gibraltar durchfahren. Der Affenfelsen war an Steuerbord gut zu sehen. Mit dreifachem Horn zum Gruß überholte uns die MS Deutschland gegen 10 Uhr an Backbord. Das Ruder habe ich um 11 Uhr übernommen. Ab 11:40 setzte Regen ein und teilweise war es nicht einfach den Kurs 265 zu halten. Nach der Wache gab es um 13 Uhr die Rettungsübung. Duschen und dann ging es wieder ins Bett. Leider habe ich nur wenig geschlafen. Um 17:30 Uhr wurde wieder das Abendessen aufgetischt und um 20 Uhr wurde wieder die Wache übernommen. Leider setzte bei mir ein wenig die Seekrankheit ein. Glücklicherweise konnte die Wache auch mit weniger Personal gefahren werden, sodass ich schon eher ins Bett konnte.

4.12. Land in Sicht

Casablanca

Nach einer unruhigen Nacht war ich vor dem Wecken schon wach. Zu meiner Enttäuschung hatte sie die Seekrankheit noch nicht gebessert. Das Frühstück bestand nur aus einer viertel Scheibe Brot. Eine kühle Brise an Deck brachte Besserung ins Spiel, dennoch machte es das Ausrüsten unter Deck zur 8 Uhr Wache nicht leichter. Der zweite Anlauf der Sicherungsgeschirr auf Deck anzulegen war dann mit Erfolg gekrönt. Nach der Ablösung zogen wir ein paar Tampen nach und setzten diese durch. Entspannen konnte ich dann auf dem Achterdeck. Julia hatte ihre kreativen und malerischen Fähigkeiten eingesetzt und uns auf dem Boden des Achterdecks eine kunstvolle Erklärung der Masten, Segel, Wanden und deren Geschichte erklärt. Zum Mittag konnte ich leider immer noch nichts essen, obwohl die Portion Fleisch zum Verzehr einlud. Ich habe erst Mal meine Koje aufgesucht. Um 14 Uhr bin ich wach geworden und der Blick aus dem Bullauge zeigten zwar noch Wellen, aber auch Land am Horizont.

Gegen 16 Uhr sind wir in den Hafen von Casablanca eingelaufen. Die stehende Wache hatte bereits die Segel eingeholt, Flagge gesetzt und die Leiter für den Lotzen vorbereitet. Im Vergleich zu einer Yacht dauerte das Anlegen länger. Naja es ist ja auch ein größeres Schiff. An Land wurden die Leinen und die Spring vom örtlichen Hafenpersonal entgegengenommen. Die Behörde ist anschließend an Bord gekommen und hatte unsere Reisepässe gesichtet und mit Stempel versehen. Gegen 20 Uhr konnten wir dann vor Bord. Der Weg war das Ziel. Wir sind durch die Altstadt von Casablanca geschlendert. Der kurze Eindruck von der Stadt hatte mich nicht sonderlich umgehauen. An vielen Ecken lagen Müllberge und die Gebäude in der Altstadt waren vom Zerfall geprägt. Im Center – entlang dem „Boulevard Mohammed V“ – breiteten sich ab 21 Uhr die Straßenhändler aus. Der Rückweg führte uns ganz ohne Navi erneut durch die Altstadt. Viele kleine Geschäfte sind hier angesiedelt. Von zwei Verkäufern sind wir ein wenig belästigt worden die uns unbedingt auf Ihren Laden aufmerksam machen wollten. Ich wollte nur gucken, nichts anfassen – und erst recht nicht die „originalen“ Markenprodukte wie Puma oder Adidas zum „Schnäppchenpreis“ erwerben.

5.12. Marrakesch

Marakesch MarktplatzUm 7 Uhr klang über die Lautsprecher die Melodie von „Sail away“. Beim Frühstück gab es hart gekochte Eier, Birnen, Äpfel und Bananen – alles für Lunchpaket. Der Reisebus holte uns für den Tagesausflug nach Marrakesch um 8 Uhr ab. Ahmed, der Reiseleiter, sprach zwar deutsch, jedoch hatte er seine ganz spezielle Art die Daten und Geschichte von Casablanca und Marrakesch zu erzählen. „Hier links sehen sie das Rathhaus, das Rathaus, links, links – Drei Bürgermeister gibt es in Casablanca, drei….“ Nach dem Stau in Casablanca führte die Route über die Autobahn auf der wir drei oder vier Mautstellen passierten.

Die Gebäude in Marrakesch überwiegen in einem rötlichen Farbton. Der Reiseleiter erklärte uns, dass diese Farbgebung entspannter für die Augen sei. Die Stadt war mit unterschiedlichen architektonischen Stilen durchwachsen. Der Bus setzte uns in der City ab und wir marschierten im Gänsemarsch durch die kleinen Gassen der Stadt. Geprägt von unterschiedlichen Geschäften von Lederwaren, Hütte, Kunstwerken etc. Die Wegelagerer …ähh… Händler machten deutlich und mehrfach auf sich aufmerksam und deuteten auf ihr Geschäft hin. Des Öfteren wurden wir auch von einzelnen Personen begleitet die ihre Gürtel oder Armbänder verkaufen wollten. Ahmed führte uns dann in eine „Apotheke“ mit Vorführung- und Verkaufsraum. Der geschulte deutschsprachige Apotheker stelle seine Produkte wie die „35 Kräutermischung“, Öle und Salben in einer gestrafften Zeit vor. Der eine oder andere wurde zur Massage gebeten. 2€ für 2 Minuten – Hier sei schon mal angemerkt, dass die Probanden zu späterer Stunde keine Erholung verspürt haben. Die Show dauerte ca. 30 Minuten und ein paar Präparate gingen über den Ladentisch. Ich persönlich bin kein Freund von solchen Verkaufs-Veranstaltungen. Die Zeit hätten wir anders nutzen können. Die „Karawane“ zog weiter quer über den großen Marktplatz. Der Bus sammelte uns auf der anderen Seite wieder ein. Gefühlte 300m wurden wir gefahren und besichtigen die nächste historische Sehenswürdigkeit mit prachtvollen Wänden und Decken.

Im Anschluss hatten wir 45 Minuten Zeit die Stadt auf eigene Faust zu erkunden. Bei den verwinkelten Gassen sind wir am Marktplatz geblieben und haben uns im Panorama Cafe einen Tee bestellt und uns das Treiben ein wenig von oben angesehen. Schlangenbeschwörer, dressierte Affen und andere Tiere wurden zur Show gestellt. In den Gängen wurden die Miniaturlasttiere (Esel) vor den Wagen gespannt. Um 16:45 Uhr war wieder Treffen angesagt und der Reisebus holte uns ab. Mit zwei Stopps auf der Autobahn erreichten wir gegen 20 Uhr die Moschee in Casablanca. Mit ein paar anderen sind wir bei „Rick´s Cafe“ ausgestiegen und wollten dort zum Essen einkehren. Leider ging das wohl nur mit Vorbestellung oder es lag an der Größe unserer Gruppe. Für 10 Leute haben wir ein Stück weiter im Restaurant „La Sqala“ zwei Tische bekommen. Wie ich im Gespräch feststellte hatten wir nicht nur zwei sondern drei Ärzte an Bord. Um 22 Uhr waren wir wieder auf Alex.

6.12. Sail away

Alex 2Der Nikolaus brachte am Samstag auch in Afrika was vorbei. Natürlich wurden gestern Abend die Schuhe vor die Kammern gestellt. Um 7 Uhr war wieder allgemeines Wecken angesagt. Die Kombüse hatte heute Pfannkuchen vorbereitet. Das Ausklarieren schien ein wenig schwieriger zu sein. Erst sollten alle zum Hafenbüro, dann doch nicht… Naja, plötzlich war es schon 12 Uhr und es gab Mittagessen. Fisch mit Kartoffeln und Soße. Gegen 13 Uhr machten wir uns fertig zum Auslaufen. „Royal“ und „Bram“ wurden vorbereitet. Von der Großbram hatte ich einen schönen Ausblick auf das Schiff. Allerdings merkte ich oben im Mast das Schwanken des Schiffes schon deutlich. Beim Setzen der Großobermars liefen wir bei guter Stimmung an Deck wieder im Kreis um die Winschen. Um 15 Uhr gab es die Geburtstagstorte für unser heutiges Geburtstagskind. Der Konditormeister aus der Küche zauberte eine leckere Torte. Ich konnte gar nicht so viel Essen da es um 17:30 Uhr schon wieder Abendbrot gab.

7.12. Backschaft

P1010477Zur Backschaft wurde ich um 6 Uhr geweckt. Zwei aus jeder Wache waren eingeteilt und auch zum Dienst angetreten. Auf- und Eindecken für die Crew war angesagt. Mit 6 Leuten war das unter der Anleitung von Jutta kein Problem. Nach dem Frühstück habe ich den Spüldienst übernommen. In der kleinen Zelle gegenüber der Küche ist auch nicht unbedingt mehr Platz für Personal. Die Industriespüle brauchte ca. 3-4 Minuten pro Durchlauf. Zur Backschaft gehörte auch ein Teil des Reinigungsdienstes auf dem Schiff. Unser Part am Sonntag war die Reinigung des Kartenhauses. Zwischen Frühstück und Mittag war das aber schnell erledigt. Gefühlt gab es den Tag nur Essen – Frühstück, Mittag mit leckerem Kassler um 12 Uhr, Kuchen um 15 Uhr und dann auch schon wieder Abendbrot um 18 Uhr. Ab 20 Uhr war dann aber auch Ruhe eingekehrt. Über den ganzen Tag betratet war ich wohl nur zwei Stunde an Deck.

8.12. Seetag

Vortop„Wasser, Wasser, Wasser überall“ – so kannte ich es auch aus dem Lied von Santiano. Soweit das Auge reichte war nur Wasser zu sehen. Der Atlantik war ruhig. 18 Grad Außentemperatur, leicht bewölkt. Zum Frühstück gab es gebratenen Speck. In der Wachzeit gab es einen Vortrag über das Wetter. Wie entstehen Winde und einen Einblick zum Thema „Jetstream“. Dann war auch schon Mittag. Linseneintopf mit Wurst. Eine kleine Führung durch den Maschinenraum. Wie das Zusammenspiel der ganzen Einrichtung an Bord funktioniert war sehr interessant. Zum Abendbrot gab es Pizza „Alberto“. Wahlweise mit Tunfisch oder Schinken – sehr lecker. Erster Ausguck und viertes Ruder standen heute Abend für mich auf dem Wachplan. Der Mond war noch nicht aufgegangen und es war stockfinster an Deck. Ca. 5 Minuten habe ich gebraucht um mich vernünftig an Deck zu orientieren.

9.12. Noch ein Seetag

Der KrusDie Beiden aus der Kombüse hatten diesen Dienstag wieder Pfannkuchen vorbereitet. Auch wenn es wieder lecker war konnte ich um 7:30 Uhr nicht so viel essen wie ich gerne gewollte hätte. Schließlich gab es ja um 12 Uhr schon wieder die nächste Mahlzeit :) Mit den lauten Worten „Gute Wach & Gute Ruh“ begann unsere Wache. Brassen war angesagt. Vorsegel und Groß haben wir an Steuerbord dicht geholt. Langweilig wurde uns nicht. Das Thema Halsen mit der Bark mussten wir dann zurückstellen. Zum Mittag wurde Gulasch aufgetischt. Im Anschluss wurde auf Deck gezeigt wie ein „Tausendfüssler“ gebaut wird – Relativ einfach, aber es dauerte so seine Zeit bis 3m entstanden waren. Die 4-8 Wache haben wir um 20 Uhr mit dem Lied „Guten Abend, gute Nacht…“ abgelöst. Julia hatte uns einen kleinen Vortrag über die KVR gehalten. Vieles kannte ich bereits vom SBF-See. Es war aber gut das nochmal zu hören. „Welche Lichter muss ein Beilieger nachts führen?“ war die Frage ans Publikum. Die Wassertemperatur betrug 20 Grad und war damit 1 Grad wärmer als die Luft. Der Rest der Wache war recht entspannt und wir konnten vom Achterdeck wunderbar die Sterne beobachten. Der Mond ging heute erst später auf als gestern. Mal sehen wie es morgen wird.

10.12. Die Kanarischen Inseln

Um 7 Uhr wurde ich wieder geweckt. Zur Abwechslung gab es heute Müsli zum Frühstück. Also neben Baguette, Brot, Aufschnitt und anderen Angeboten. Beim Sonnenaufgang waren die Bergspitzen von Lanzarote kurz zu erkennen. Allerdings verschwanden diese auch schnell wieder im Sonnenlicht und ein Schleier bedeckte die Kanarischen Inseln am Horizont. Die Line hatte uns mit Unterstützung von Julia die Manöver Wende und Halse mit der Bark anhand eines Modells erklärt. Es war eher eine ruhige Wache. Viel an den Segeleinstellungen haben wir nicht verändert. Curry-Huhn mit Reis gab es zum Mittag. Schon wieder leckeres Essen, das mit einem Nachtisch aus Eis und Ananasstücken abgerundet wurde. In der Freiwache habe ich der 0-4 Wache ein wenig unterstützt und bin mit auf die Bram am Vormast geklettert um die Zeisinge zu lösen. Die nächste Runde für die Tausendfüßler wurde eingeleitet. Als ich um 15 Uhr eine kurze Pause einlegen wollte gab es ganz unverhofft Kuchen in der Messe. Und ich meine „unverhofft“ da für diesen Tag nichts an die Tafel in der Messe angekündigt wurde :) „Viel Erfolg“ war stattdessen zu lesen. Die Leichtmatrosen hatten heute von 13 – 16 Uhr ihre Prüfungen und es haben alle vier bestanden. In unserer Wache war es wieder recht ruhig. Wir haben uns über den Törn ausgetauscht und über gemachte Erfahrungen berichtet.

11.12 Teneriffa

Vor AnkerGegen 9:30 Uhr war die Nordküste von Teneriffa zu sehen. Julia hatte uns zu einer „Brassparty“ eingeladen und wir haben die Groß an Steuerbord dicht geholt. Gegen 10 Uhr wurde mir das Steuer anvertraut. Tja, das hatten sie jetzt davon :) Kurs 240 Grad und Peilung auf die Küste am Horizont. Zwei Mal ist mir die Alex leider aus dem Ruder gelaufen. Die Royel und Bram wurden mittlerweile eingeholt und wir steuerten auf eine Bucht zum Ankern zu. Um 11:30 Uhr hatte der Kapitän das Ruder übernommen. Die Ankerkette an steuerbord fiel 3 Strich. Also ca. 82,5 m. Mittag – schon wieder essen :) Nudelauflauf mit Schinken. Christian hatte heute Geburtstag und es gab Kuchen zum Nachtisch. Wir haben natürlich auch alle für Ihn gesungen. „Klar bei Foto“. Um 14 ging es ins Rigg um die Segel zu hübsch zu machen. Nachdem wir im Vortop herumgeturnt sind, warteten wir gespannt auf´s „Captain Dinner“ um 18 Uhr. Ein 5-Gänge Menü hatte die Küche vorbereitet! Eine super Leistung für die Anzahl an Personen. Es wurden die unterschiedlichsten Darbietungen der drei Wachen, Topsis und anderer Seeleute geboten. Es gab die Alex als Torte, ein Knotenbrett und ein T-Shirt für die drei Topsis. Eine sehr unterhaltsame Darbietung die jeweils mit einem 7-3-1 beendet wurden. Im Anschluss startet die Afterparty an Deck. „Ein kleiner Mann wollte tanzen gehen….“ wurde gesungen und getanzt. Vorwärts war das alles auch kein Problem, jedoch hatten wir beim Rückwärtsgang in der Hocke so unsere mitreißenden Momente :)

12.12. Santa Cruz de Tenerifa

P10105017 Uhr wecken für alle Mann. Frühstück und dann wurde Reinschiff gemacht. Unsere 8-12 Wache hatte das Vorschiff zum klarieren bekommen. Mit Staubsauger, Feudel und Wischlappen ging es dann von oben nach unten durch Schiff. Um 9 Uhr wurde die Ankerkette eingeholt und Kurs auf den Hafen von Teneriffa genommen. Im nördlichen Hafenbecken lagen bereits Kreuzfahrtschiffe von AIDA, MSC und TUI. Wir legten im südlichen Becken neben der Marina an. Gegen 14 Uhr bin ich noch mal hoch ins Rigg um ein paar Schnappschüsse von der Stadt zu machen. Die Stadt habe ich mir dann auch von Näherem mal angesehen. Der Reiseführer hatte eine Route vorgeschlagen von der ich allerdings ein wenig abgewichen bin. „Celle del Castillo“ ist die Haupteinkaufsstraße. Angelockt hat mich keins der Geschäfte. Shoppen kann ich auch in Germany. Geschmückt mit Lichterketten und ein paar Weihnachtsmännern sollte die Weihnachtszeit hervorgebrachte werden. Jedoch kam mir bei 25 Grad nicht gerade Weihnachtliche Stimmung auf.

Unsere Wache ist zum Abendessen wieder in die Stadt gegangen. Unsere Topsi Julia hatte die Reiseleitung und führte uns in eine Nebenstraße mit unterschiedlichen Restaurants und Bars. Für 15 Leute war es nicht einfach einen Tisch zu finden. Beim dritten Anlauf hatte es gelklappt und wir waren in einer Tapas Bar gelandet. Tapas für alle konnte oder wollte der Kellner nicht umsetzten. Die Gerichte waren alle gut und lecker. Mein Teriyaki-Huhn hätte gerne mehr sein dürfen.

13.12. Schlucht von Masca

MascaZum letzten Mal wurde um 7 Uhr geweckt. Von Torfrock drang „Unser Häupling heißt Rote Locke“ aus den Lautsprechern, gefolgt von ein paar Informationen zur Abreise. Nach dem Frühstück habe ich den Mietwagen von „cicar“ am Hafenterminal abgeholt. Im Büro wurde mir der Schlüssel fürs Auto übergeben und das war´s auch schon – keine Kontrolle ob Schrammen oder Beschädigungen am Auto sind. Die beiden Mitfahrer passten ohne Probleme in den Corsa. Auf dem Weg zur Schlucht von Masca wurde noch ein kleiner Stopp am Flughafen Süd eingelegt um Claus abzusetzen. Dann ging es in die Berge. Kurz vor Masca bot sich noch ein wunderbarer Blick auf einen Regenbogen der im Tal seinen Ursprung hatte. In Masca fing es leider ein wenig an zu Regnen. Da wir aber unsere komplette Ausrüstung vom Segeln dabei hatten war das kein Problem. Naja fast, die Regenjacke lag natürlich ganz unten im Seesack :)

Um 11:20 Uhr ging es auf bzw. ab in die Schlucht. Die Natur hatte auf dem 5,4 km Wanderweg eine großartige Vegetation zu bieten. Verschiedene Gesteine in unterschiedlichster Anordnung und Form. Der Weg war teilweise nicht leicht. Zwischen den Felsen mussten wir durch krabbeln oder auch hinauf. Alternative Routen gab es nur selten. Diese führten dann allerdings direkt durch den Bachlauf und hätten für nasse Füße gesorgt. Der Nieselregen hörte nach ein paar Minuten auf und wandelte sich in eine leichte Bewölkung. Was uns auf dem 140 minütigem Weg sehr entgegen kam. Im Reiseführer waren hier 150 Minuten angegeben. Wir haben keine Pause eingelegt und haben drei Gruppen überholt. Zu bedenken ist der Sonnenuntergang, der im Dezember am 18 Uhr einsetzt. Am Ende der Schlucht erreichten wir den Strand. In unserer 45 Min. Pause bei strahlendem Sonnenschein sammelten zwei Boote die Touris ein. Tickets konnte man am Stand erwerben. Da unsere Auto allerdings 600m Höher stand was das Boot keine Option und wir haben den Rückweg angetreten. Kaum hatten wir ein paar Schritte getan zogen schlagartig Wolken vor die Sonne und es fing wieder an leicht zu regnen. Zwischendurch kam noch Wind dazu, sodass der Regen von der Seite kam. Es war wie bei Forest Gump – als der Regen von oben, der Seite und manchmal auch von unten zu scheinen kommt. Die letzten zwei Kilometer waren schon anstrengend. Die leichte Sommerhose war vom Regen durch und die Schuhe hatten auch ihre Grenzen erreicht. Im Reiseführer war der Aufstieg mir 3:30 Stunden angegeben. Wir haben es in 2:20 geschafft. Damit waren wir schneller oben als unten :)

14.12. Playa de la Amaricas

Das „Palm Beach Resort“ lag am Wasser und mit dem Navi haben wir es am Vortag auch schnell gefunden. Das Appartement war mit einer kleinen Küchenzeile, Tisch, zwei zusammengestellten Betten sowie Sofa und Sessel ausgestattet. Vom Balkon kann man Pool und Strand sehen und blickt auf einen kleinen Teil der Promenade. Vor den Restaurants lauern überall die Wirte und wollen einen mit Außergewöhnlichem hinein locken. Schlimmer sind noch die Straßenhändler die mit „Best Price“ auf einen zukommen und belästigen. Obwohl die Sonne am Horizont verschwindet wurden mir noch Sonnenbrillen angeboten. Furchtbar. Zu späterer Stunde waren es dann Uhren, „Drinks or Cigarettes“.

Das Hardrock Cafe befindet sich ca. 20 Minuten vom Hotel entfernt. Leider war heute keine Livemusik, aber das Essen war dafür richtig lecker. Nudeln mit Käse überbacken und Hähnchenbrust.

15.12. Strand-, Pool- und Relax-Tag

Heute stand ursprünglich ein Ausflug zum Berg „el Thiede“ auf dem Plan. Allerdings habe ich das Vorhaben nach einem späten Frühstück über den Haufen geworfen und habe mich eine Weile am Sandstrand vor der Tür niedergelassen. Später folgten noch ein paar Bahnen durch den Pool im Hotel. Für die Liegen am Pool möchte das Hotel 5€ pro Woche kassieren. Der herrenlose Stuhl zwischen den Liegen war jedoch kostenlos und reichte um Rucksack und Handtuch abzulegen. Eine Wolkenfront zog in westliche Richtung ab 14:30 Uhr über das Gebiet. Es wurde ohne Sonne schnell kühl, der Stand leerer und das Meer ruhiger. Nur die Wellenreiter vor dem Surferstrand harrten der Dinge und warteten geduldig auf die eine oder andere Welle. Der Tripadvisor hatte das Restaurant „Bannana Garden“ empfohlen. Dieses lag direkt vor meinem Hotel. Leider ist es im Keller was den Ausblick auf das Meer und Umgebung deutlich erschwert. Das Ambiente ist gut und es wirkt gemütlich. Die Tanzfläche ist ebenso überschaubar wie die Bühne auf der an manchen Tagen eine Flamenco Show gezeigt wird. Aber nicht heute. Scheinbar ist 18:30 Uhr auch nicht die Zeit zum Essen – wir waren insgesamt drei Gäste. Später füllten noch vier Kinder und ein paar Erwachsene das Restaurant. Für die 7 Nachos mit Hähnchen und Käseüberbacken habe ich 9,50€ gezahlt. Zubereitung und Geschmack waren sehr gut – es hätte jedoch mehr sein dürfen. Ein Besuch in der Cocktail-Bar „Papagayo Beach Club“ ist sehr zu empfehlen. Eine Chillout-Lounge direkt am Strand mit modernem Ambiente. Für einen entspannten Sonnenuntergang sind sowohl Stühle als aus Liegen an der Promenade und im Obergeschoss vorhanden. Neben einer vielfältigen Cocktail-Karte (ca. 8€ pro Cocktail) werden auch 52 Speisen angeboten. Als Nachtisch zu den Nachos habe ich mir den Crêpes mit Vanilleeis gegönnt, der sehr ansehnlich serviert wurde.

16.12. Abreise

Abfahrt um 9:30 vom Hotel. Am Flughafen war ein ausreichendes Angebot an Parkplätzen für die Mietwagen. Der Schalter von cicar ist in der Ankunftshalle. Bei der Übernahme in Santa Cruz musste ich eine Tankkaution von 22,50€ für einen ¾ Tank abgeben. Zurück gegeben habe ich den Corsa mit ¼ Tank und erhielt 9€ wieder. Dafür brauchte ich mich nicht ums tanken kümmern. Zumal im Fahrzeug keine Papiere zu finden waren und dem Tankdeckel konnte ich auch keine Hinweise zu dem benötigtem Kraftstoff entlocken. Eine Kontrolle des Fahrzeuges gab es auch nicht. Nur Schlüssel abgeben und fertig.

 

Alex2 – Törnverlauf.pdf